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Wer entschlüsselte die DNA?Die Doppelhelix ist bis heute unweigerlich mit den Namen Watson und Crick verbunden. Doch an ihrer Entdeckung war eine junge Frau maßgeblich beteiligt, die bis heute weitgehend unbekannt geblieben ist: Rosalind Franklin. Pünktlich zum fünfzigsten Jahrestag der DNA-Entschlüsselung erscheint jetzt ihre Biografie. Vor genau 50 Jahren entdeckten James D. Watson und Francis Crick die Doppelhelix-Struktur der DNA und gingen damit in die Wissenschaftsgeschichte ein. Ihre Entdeckung, für die sie 1962 den Nobelpreis erhielten, ebneten der Molekularbiologie, der Gentechnik und der Biotechnologie den Weg. In der Geschichtsschreibung gelten Watson und Crick unbestritten als die Entdecker der Doppelhelix. Doch dass die beiden Männer die DNA mitnichten allein entschlüsselt haben, sondern eine Biochemikerin namens Rosalind Franklin maßgeblichen Anteil daran hatte, findet allenfalls am Rande der Geschichtsbücher und Jubiläumsartikel Erwähnung. Doch tatsächlich war es Rosalind Franklin, die die entscheidenden Daten und Röntgenaufnahmen lieferte, welche die Entdeckung der DNA-Struktur überhaupt erst möglich machte. Auch wenn dies inzwischen kaum noch jemand ernsthaft bezweifelt, hat sie von offizieller Seite nie Anerkennung dafür bekommen. Im Gegenteil: In Watsons berühmten Buch Die Doppelhelix von 1968 erfährt Franklin eine äußerst diffamierende Darstellung als »schreckliche Rosy«. Sie selbst konnte sich nicht mehr wehren – sie starb bereits im Jahre 1958 an Krebs, genau vier Jahre vor der Verleihung des Nobelpreises an die männlichen DNA-Protagonisten. Um Rosalind Franklin ranken sich – nicht zuletzt angeregt durch die unglückliche Darstellung in Watsons Buch – Gerüchte und Legenden, die teilweise Züge einer feministischen Mythologisierung annehmen. Doch diese Mythen werden ihr nicht gerecht, weder als Mensch, noch als Wissenschaftlerin. Ihr Leben war zu vielschichtig und zu komplex, als dass man sie auf eine feministische Ikone reduzieren könnte. Aber wer war diese ungewöhnliche Frau wirklich? Die preisgekrönte Biografin Brenda Maddox rückt das Bild der Frau,
die immer im Schatten ihrer männlichen Kollegen stand zurecht und zeigt
sie als brillante, ehrgeizige und hochbegabte Wissenschaftlerin, die als Mensch
nicht immer einfach war. Maddox nimmt die Leser mit auf eine faszinierende Reise
in eine Zeit, in der eine jüdische Wissenschaftlerin gegen vielerlei Beschränkungen
anzukämpfen hatte. Doch gerade in ihrem schwierigen Leben als Frau, als
Jüdin und als Wissenschaftlerin zeigt sich ihre Größe. |
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